Cerro Rico

 

 

Auch ohne Sesam-öffne-dich am Berg hunderte von Eingängen...

 

 

Sie warten unten auf dich...

 

Der Eingang des Stollens ist mit Lamablut bespritzt. Opfergabe, Glücksbringer... Obwohl wir nur bis zum dritten von acht möglichen Stockwerken hinabklettern bin ich bald gänzlich verwirrt in diesem Labyrinth und wäre ohne meinen jungen Führer, einen Schüler der sich durch Schieben fürchterlich schwerer Schubkarren sein Zubrot verdient, wenn er keine Touristen and der Hand hat, bald gänzlich verloren. Überall in den Gängen die schwarzen Reste ausgespieener Coca-Blättern. Die Mineros leben nicht von viel anderem während der Arbeit.

Wie allen Touristen zeigt er mir die Statuen vom roten und weissen Tio, ein Bild wie das unseres Teufels, mit Hörnern und glitzernden Augen, der Supay. Aber eigentlich kommt die liebevolle Bezeichnung "Tio" (Onkel) von einer Verballhornung von "Dios", da ihm charakterlich nicht viel satanisches anhaftet. Nur darf einem solchen Unterweltswesen, dem Opfergaben dargebracht werden müssen (Alkohol und Coca-Blätter) um kein Bergunglück zu erleben, und das einer der vielen Liebhaber der schönen Pachamama, der Urmutter der Indio-Erde ist, einem solchen Wesen darf nicht der Name des christlichen Gottes gegeben werden. Es ist wieder eine bizarre Vermischung von verschiedenen Glaubensarten die hier gehegt und gepflegt wird.

Die schöne Pachamama fand ihre Reinkarnation übrigens in der Jungfrau Maria, weswegen, abgesehen von spanischen Traditionen, die Marienumzüge hier in der Sierra so prachtvoll verlaufen.


----------------------------------------------- Mit dem Gleitschirm über den Inka-Straßen -----------------------------------------------