Inkatrail mit Gleitschirm

 

grafik_inca grafik_inca Die Straßen der Inkas sind in Ecuador, im Gegensatz zu Peru, nur noch an äusserst wenigen Stellen erhalten, da die Hauptstraße durch die Hochebene komplett durch die Panamericana verbaut wurde. Erhalten blieb ein kleines Stück in der Nähe von Cuenca, der drittgrössten Stadt des Landes. Der Inka-Trail Ecuadors verbindet Achupallas mit dem größten erhaltenen ecuadorianischen Inka-Bauwerk: Incapirca.

Viele Trekker wandern jedes Jahr hier lang, aber wahrscheinlich bin ich der erste Meistersinger der neben Zelt und Kocher auch seine gesamte Gleitschirmausrüstung mitschleppt. Drei Startmöglichkeiten hatte ich mir entlang des Weges ausersehen, um meinem Projekt, Inkastrassen abzufliegen, Genüge zu tun. Obgleich der Weg so bekannt ist und in Büchern oft beschrieben wurde, wird es eine mehrtägige menschenleere Reise.

 

 

Blick zurück vom ersten Pass auf die Gegend von Achupallas auf 3500 m, wo der Marsch begann. Bisher keine Flugmöglichkeit.

 

Erste Startmöglichkeit: Der Weg geht flach das Tal hinauf nach Süden, bei Ostwind sollte man dynamisch am rechten Hang den Weg hinaufsegeln können. Die Windrichtung ist gut, aber seine Stärke zu unregelmässig, trägt nicht gut genug bei der kleinen Höhendifferenz von 200 m zum Talgrund.

 

Am Ende des langen Tages die Laguna tres cruces auf 4250 m.

 

Nach dem zweiten Pass am nächsten Morgen endlich ein Startplatz am Gipfel des Quillaloma mit Blick auf die Laguna Culebrilla (Schlängelchen). Der Name Quillaloma bedeutet entweder Mondgipfel oder Faulenzergipfel, da das Wort quilla in Quetchua beides bedeuten kann. Beides macht Sinn, da man von Norden her wirklich nur dreissig Meter aufsteigen muss, um auf diesen das Tal überblickenden Gipfel zu gelangen. Höhenunterschied zum Talgrund 500 m also beste Flug-Voraussetzungen.

Wetter ist ok, aber 35 km/h Rückenwind. Ich probiere unterschiedlichste Startmöglichkeiten, um in Gegenrichtung anzufliegen und dann um den Berg herum zu gelangen. Es werden meine ersten Fehlstarts in diesem fernen Land und dann deren gleich sieben Stück, sanftere und unsanftere. Es währt den ganzen Tag. Am Ende siegt zunächst die Dunkelheit und ich verbringe die kalte Nacht auf dem Gipfel auf 4400 m. Dann am nächsten Morgen ereilt mich doch die Vernunft und ich steige schweren Herzens und schweren Gepäcks zu Fuss ab.

 

Auf dem Weg hinab, einige der traditionellen Ichugras-Hütten der Indios, Hütten die ich während eines Fluges ganz gewiss nie, niemals gesehen hätte, sie wären mir auf immer verborgen geblieben...

 

Schon drei Tage ohne Flug, aber wir sind ja noch auf 3800 m und Incapirca liegt weit unten im Tal ...

 

Big birds auf dem Weg hinab, sie können es, warum nicht also auch ich...

 

Gänzlich zu Fuss hinunter, bis zur Kultstätte, der Hügel im Hintergrund, der zur Hochebene führt, wäre die letzte Flugmöglichkeit gewesen, aber der Wind auf der Ebene und die heftigen Baumbewegungen in die verschiedensten Richtungen im Tal unten bei diversen Hochspannungsleitungen verraten auch eingefleischten Blindflüglern, dass es hier mehr Turbulenzen in der Luft gibt, als gesund wäre.

Rechts unten über der kleinen Mauer, mein Freund und Verhängnis, der Flügel der Freiheit eingepresst in den grau-grünen Alpamayo-Rucksack.

Die erste Gleitschirmbeschleppung des Inkatrails ist vollendet.

 

 

----------------------------------------------- Mit dem Gleitschirm über den Inka-Straßen -----------------------------------------------