Tungurahua in Asche und Rauch

 

grafik_inca grafik_inca Tungurahua ( Quechua: tunguri=Schlund, rahua=brennen,feuerspeihen), ein 5016 m hoher aktiver Vulkan südöstlich von Ambato am Ostabhang der Anden Ecuadors gelegen, das Amazonasgebiet überragend (topografische Ecuador-Karte).
Im Frühjahr 2003 erlebte die Aktivität des Tungurahua zeitweilig einen kleinen Höhepunkt. Leichte Eruptionen, Lavaausstoss und eine fortwährende Rauchsäule waren zu sehen und hören. Der Ascheniederschlag bereitete vielen Campesinos ernsthafte Sorgen, da weite Teile der Ernte verdarben. Ebenso bekamen Kinder Atemnöte. Eine Evakuierung wurde geplant, aber nicht, wie nur zwei Jahre zuvor, durchgeführt, da sich wenige Tage später die Aktivität wieder verringerte.

 

 

Mama Tungurahua von Illuchi Alto, im Norden, aus gesehen.

 

Baños, Tor zum Regenwald, am Fusse des Vulkans Tungurahua gelegen.

 

Der Aufstieg zum Refugio ist feucht und verwachsen aber auch wunderschön.

 

Im verlassenen Refugio. Mama Tungurahua in Rage.

 

Der Aufstieg zum Gipfel ist leicht zu finden: Immer dem Kegel und dem Rauch nach. Ein einsamer Weg, niemand sonst ist unterwegs. Die frische Ascheschicht macht das Gehen beschwerlich. Der schwarze Anblick des Kegels täuscht: In Gipfelnähe findet man unter der Asche wieder weissen Schnee, nur direkt am Krater ist die Erwärmung spürbar und so stark, dass alles Eis weggetaut wurde.

 

Direkt am Krater dann nur noch Rauch. Es beisst in den Augen, knirscht zwischen den Zähnen und die Haare stehen zu Berge. Atemholen nur, wenn der Wind günstig steht. Immer wieder Explosionen im Krater und das danachfolgende Geräusch der zurückprasselnden Steine. Wenn die Explosionen so stark werden, dass die Steine über den Kraterrand hinausgeschleudert werden, ist es höchste Zeit für runterzus. Im Gegensatz zum Aufstieg, ist der Abstieg nicht mehr ganz so eindeutig, man sollte sich während des Aufstieges öfters umschauen, eventuell Markierungen hinterlassen.

Gleichzeitig öffnen sich nach Osten hin immer wieder fantastische Blicke ins Amazonasgebiet, grenzenlos scheinende Wälder. Später, wieder unten in Baños, rümpfen ein paar vorübergehende Touristen sehr die Nase über meinen sonderbaren Geruch.

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Die Inka-Erzählung zum stetigen Fauchen und Spucken von Mama Tungurahua und dem zerklüfteten, stark erodierten Nachbalvulkan El Altar ist folgende: Taita Chimborazo und Mama Tungurahua waren vermählt, doch bändelte Mama Tungurahua mit ihrem feschen Nachbarn El Altar an. Taita Chimborazo schlug zornig mit der Faust einmal auf El Altar, wodurch dieser komplett zersplitterte und seither spuckt Mama Tungurahua, aus Wut über die Demütigung ihres Liebhabers Gift und Galle...

 

 

----------------------------------------------- Mit dem Gleitschirm über den Inka-Straßen -----------------------------------------------