Viel Sonne, viel Grün, Beginn des Weges bei Olleros auf 3450 m im Santatal, den Río Negro hinauf.
Weiter oben wird der Río Negro umbenannt in Quebrada Uquián, (quetch.: das graubraune Flusstal). In dem klaren Wasser des Flusses suche ich mit Auge und Angel vergeblich nach Fischen. Hier eine Verzweigung, wo sich mein Weg mit meinem zeitweiligen Begleiter und seinem Esel trennt, er geht nach rechts zu seiner Ichu-Gras Huette, waehrend der Weg zum Pass das linke Tal entlangfuehrt.
Erstes Nachtlager. Das kalte Hagelgewitter kündigt sich bereits in den Wolken an. Es ist Ende September, die Regenzeit naht. Ein kleiner Junge kommt und bettelt um Zahnpasta. Eigentlich mag ich Betteln bei Kindern nicht sehr, da es oft mehr von Gewohnheit denn von Not zeugt, da hier immer wieder Touristen vorbeikommen... aber Zahnpasta?... er trollt sich sehr zufrieden über die Hälfte meiner Tube von dannen zurück zu seiner Ichu-Gras Hütte.
Den Weg hinauf zum Pass am nächsten Morgen gehe ich mit Zacharias und seiner Lamaherde. Er treibt sie von Olleros alle paar Tage zum Grasen nach oben. Er selbst kehrt bald um, denn die schlauen Lamas kennen den Weg bereits, und ich brauche ihnen nur zu folgen.
Der Pass Yanashallash (yana = schwarz, shalla = Laubwerk). Direkt am Pass auf 4700 m ein guter Startplatz und angenehmer Wind von vorn. Ein Prä-Inka-Pass, der seit dreitausend Jahren bereits begangen wird.
...und man fliegt tatsächlich einmal Inka-Strasse ab...
Blick zurück nach dem ersten Flug, 500 m weiter unten.
Auf der Suche nach einem zweiten Startplatz: das Dorf Lanchan.
Einige ziemlich betrunkene aber sehr freundliche Gestalten tanzen, mit Masken und Kronen geschmückt, nach Pauke und Quena, eine helle gerade Flöte aus Holz oder Bambus. Sie geben keine Ruhe, bis ich auch ein halbe Stunde lang mitgetanzt habe. Im Hintergrund rechts, der Nevado Huantsán (6395 m).
Blick ins Mosna-Tal
Endlich ein zweiter Startplatz, obwohl ich zunächst noch eine Stunde lang mit Sägen und Dornbuschausrupfen beschäftigt bin. Unten der Tempel von Chavin (1000 - 200 v. Chr., 3150 m). Start neun Uhr morgens, mit der ersten brauchbaren Thermik, da ich mir nicht sicher war, wie ruhig der Taleinschnitt später sein wird. Nachmittags zieht der Wind schon früh von der kalten Ostseite der Cordillera Blanca her abwärts. Der imposantere Teil des Tempels ist von oben nicht zu sehen: Die labyrinthartigen Innenräume unter der Erde, mit einer grossen alten Stele (Steintotemsäule) im Zentrum.
Landung auf dem Vorplatz des Tempels.
Er beantwortet gern alle weiteren Fragen. La cabeza clava, ein Wahrzeichen Perus.
----------------------Zur Übersicht--------------------.