Flüge in Huancavelica

 

grafik_inca grafik_inca Huancavelica ( Quechua: huanca = Fels, Name eines Quetchua Volkes), etwas abgelegen in einem Nebental des Río Mantaro, wurde von den Spaniern seinerzeit rein als Minenstadt gegründet, da das hier vorhandene Quecksilber unentbehrlich für die Behandlung der rohen Erze bei der Goldgewinnung war. Heute sind die Minen zwar noch zum Teil in Betrieb, aber mit ihren vielen kleinen Kolonialkirchen und schönen Plätzen macht die Stadt eher einen idyllischen Eindruck, der die Armut ringsum ein wenig vergessen lässt.
Seit den Tagen des Sendero Luminoso gibt es scheinbar grosse Vorurteile in ganz Peru, Ich habe selten nichteinheimische Peruaner gut über die Gegend reden hören. Mit einer leuchtend orangenen Bahn ging es den von Huancayo den Río Mantaro hinab und den Río Ichu wieder hinauf. Angekommen fand ich nicht nur, dass die Bewohner ausgesprochen herzlich sind, sondern dass zudem der Hausberg von Huancavelica, der Potoqchi, mit seiner leichten Erreichbarkeit und guten Thermik einen hervorragenden Flugberg abgibt.

Startplatz Höhe 4200 m im Ichu-Gras, Start Richtung Süden, der Stadt entgegen, Flug ab zehn bis elf Uhr gut thermisch, grosser Landeplatz im örtlichen Stadion auf 3700 m (vor der Landung ist es meist leer). Nach Osten hin ist das Tal des Río Ichu offen, so dass eventuell auch flussabwärts geflogen werden kann.

 

 

Blick über die Dächer Huancavelicas auf den Potoqchi

 

Starthelfer am Potoqchi. 10:30, die Thermik ist offensichtlich bereits ausreichend. Der Aufstieg dauert 1 1/2 Stunden, Fliegen nur bis Mittags, Nachmittags zieht der Wind von Norden her hinab.

 

Blick im Flug gen Osten

 

Flug über der Stadt

 

Plaza de armas von oben

 

Landung im Stadion

Aus dem Tagebuch:
"Im Stadion spielt bereits eine Kapelle und zig Jugendliche im Sportdress und Eltern und Trainer laufen herum: Grosses lokales Sportfest. Und während ich noch über die Kürze des menschlichen Lebens, des expandierenden Universums und speziell meines Fluges nachgrübele (rausgefallen aus dem Thermikschlauch, weil ich mit dem Fotoapperat hantieren musste), bin ich im Nu von einer Menschenmenge umringt, ganz im Gegensatz zu den einsamen Cordillera Blanca - Landungen. Grosser Applaus: es ist das erste Mal, dass hier jemand Gleitschirm fliegt. Dann werde ich als Schaufensterpuppe herumgereicht, um mit diversen Leuten auf irgendwelche Fotos zu kommen, hübsche Teenagerinnen werfen mir Küsse zu und wollen Autogramme haben, tausend Hände, von kleinsten bis uralten wollen geschüttelt werden, dann steht ein filmreifer Official in Uniform und Sonnenbrille vor mir, grüsst mit Militärgruss und fragt nach meinen persönlichen Daten "um diesen historischen Moment festzuhalten!" Schliesslich folgt das übliche, umständliche (wegen der vielen kleinen Hände und Füsse mittendrin) Zusammenfalten des Schirms und das Verstauen im Rucksack. Abschiedswinken. Im Hotel sinke ich aufs Bett und bin schwupps weg, obwohl es gerade mal kurz nach Mittag ist. Konzentration beim Start und der Rummel war doch etwas viel. Nur wenig später am Nachmittag ein heftiges Gewitter mit Hagel und Schnee, das vergessen lässt, dass zwei Stunden vorher noch irgendjemand am Himmel gehangen haben soll. In den Tagen danach folgen noch längere, ruhigere Flüge vom selben hervorragenden Startplatz."

Plaza de armas

 

 

 


----------------------------------------------- Mit dem Gleitschirm über den Inka-Straßen -----------------------------------------------