Trujillo, Flüge über den Tempeln der Moche

 

grafik_moche grafik_moche Die Küste Perus am Pazifik ist, wegen der kalten Meeresströmung des kaum verdunstenden und daher wenig Wolken liefernden Humboldt-Stromes, nahezu reine Wüste. Oasenartig finden sich jedoch in den Tälern der, von den nahen West- Anden herabfliessenden Flüsse, grüne Siedlungen. Eine der frühesten dieser Siedlungen (100 - 800 n. Chr.) ist die der Mochica-Kultur im Tal des Flusses Moche, von dem sie ihren Namen erhielt. Heute steht an dieser Stelle die drittgrösste Stadt Perus, Trujillo. Von den Mochica sind in diesem Gebiet als große Anlagen der Tempel der Sonne (Huaca del Sol) und der des Mondes erhalten. Beide liegen am Fusse des heiligen Berges der Moche, des 400 m hohen Cerro Blanco.

Dieser Berg bildet wegen seiner sandigen Hänge und der langen West-Flanke zum Ozean hin, einen schönen Flugberg. Der Flug am Cerro Blanco ist rein dynamisch mit dem Seewind, nur ab und zu thermische Ablösungen durchbrochen. Daher ist die geringe Höhe des Berges kein Problem. Der Wind erreicht Stärken um die 35 km/h und flaut erst in den Abendstunden wieder ab. Damit kann man am Berg lange fliegen, kommt aber auch nicht weit davon weg.

 

Ankunft am Plaza de Armas in Trujillo um vier Uhr morgens. Im Vordergrund, wie immer, der Flügel der Freiheit, eingepresst in den graugrünen Alpamayo-Rucksack. Zum Tempel fahren Busse tagsüber alle halbe Stunde und genau so lang dauert auch die Fahrt. A.v.Humboldt sinniert äußerst hellsichtig und kritisch über den Charakter des Inkareiches, wenn er, in Bewunderung der hier stehenden Bauwerke der alten Chimu-Kultur (die noch ältere der Mochica war ihm unbekannt, da sie erst durch Max Uhle und Ephraim Squire wiederentdeckt wurden) schreibt: "Die Inkas allein waren fähig, den Einwohnern Amerikas ein Vorspiel dessen zu geben, was dann die blutdürstige, christliche Raserei durch spanische Hände ausrichtete."

 

Die Huaca del Sol, der Tempel der Sonne mit dem Cerro Blanco im Hintergrund. Aufnahme fast genau gegen den Wind.

 

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Als Starthöhe reichen 200 m aus (hier etwas höher), den Rest besorgt der Wind. Schön zu sehen, wie durch die Bewässerung ein Feld nach dem anderen der Wüste abgerungen wurde. Dazwischen die langen Gebäude sind allerdings, laut Einheimischen, ziemlich grauslige Hühner-Batterien. Weiter hinten das Meer. Der Berg besteht zum Grossteil aus angenehmem Sand. Hauptstartproblem daher höchstens die Windstärken. Gegebenenfalls abwarten....

 

Wüstenflug

 

Flug im Abendlicht. Blick Richtung Trujillo. Man kann bis zum Dunkelwerden fliegen. Im von den Leinen und dem Berghang aufgespannten Dreieck sind die beiden Tempel noch erkennbar. Wirklich über die Ruinen kann man nur ganz am Schluss mit der letzten Schleife vor der Landung fliegen, mehr erlaubt der Wind nicht.

 

Und so sieht es innen drin aus....

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Weiterführender Link über die faszinierende Welt der Mochica.
(Illustrationen: Vladimir Kladiva, Zeichnungen nach Moche Keramiken)

 

 

 

 

----------------------------------------------- Mit dem Gleitschirm über den Inka-Straßen -----------------------------------------------