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Nazca

 
Die Nazca-Kultur ist uns durch ihre gro▀artigen Keramiken und ihr ausgeklügeltes Bewässerungssystem bekannt, was sie der Mochica-Kultur verwandt macht. Am meisten Aufsehen erregen jedoch immernoch die erhaltenen Wüstenlinien: zig Kilometer lange gerade Linien und riesige kunstvolle Tierbilder in der Wüstenebene, die nur(?) von oben richtig wahrgenommen werden können und deren Sinn immernoch nur zu einem Bruchteil verstanden ist.
Über den Linien selber ist bislang nur mit Motorunterstützung oder per Heissluftballon ( Jim Woodman, Julian Nott) geflogen worden. Es gibt aber durchaus einige thermisch genug ausschauende Hügel in der Nähe, von denen ein Startversuch lohnen würde. Mir selbst ist kein Flug geglückt. Alternative: Cerro Blanco, eine 1000 m hohe Sanddüne direkt bei der Stadt.

grafik_nazca Entstanden sind die Zeichnungen in der Kulturperiode der Nazca-Zeit (etwa 200 v.Chr. bis 800 n.Chr.). Weltweit bekannt wurden sie nach 1949 durch die Arbeit der Dresdener Lehrerin Maria Reiche, die sich, seit sie zum ersten Mal 1941 die Linien studierte, bis zu ihrem Lebensende 1998 unermüdlich für Schutz und Erhalt dieser Wüstenfiguren einsetzte und sich um deren Interpretation bemühte. Ihr ursprünglicher, von Paul Kosok inspirierter Ansatz, einen riesigen aufgezeichneten Kalender in den Figuren zu sehen, wird heute nur noch bedingt unterstützt. Immernoch ist vieles ungeklärt, jedoch wird eine Mischung aus agrikultureller, astronomischer und religiöser Bedeutung der Linien angenommen. So gibt es deutliche Zusammenhänge zwischen den Richtungen mancher Linien und Sonnwendpunkten, sowie zwischen den pfeilartigen Flächenzeichnungen und unterirdischen Wasservorkommen. Von den Tierfiguren wird angenommen, dass sie als rituelle Pfade bei Zeremonien dienten.
Uni Dresden, die Nazca-Linien und die Arbeit von Maria Reiche.

 

 

Die Nazca-Linien von weit weit oben (NASA: http://earthobservatory.nasa.gov/). Sowohl das grüne fruchtbare Tal des trockenen Río Ingenio (das Wasser fliesst meist unterirdisch) als auch einige umliegende potentielle Flugberge sind gut zu erkennen. Die gerade Linie die vom rechten Bildrand unterhalb des grossen Felsens zum grünen Flusstal verläuft ist die Panamericana. Einige der schwächer gezeichneten geraden Linien sind alte Nazca Linien. Die stärker erscheinenden sind meist Fahrwege. Größe des Ausschnitts ca. 10x20 km.
Auf der Karte der Uni Dresden kann man die Linien im Detail betrachten und auf die Tierfiguren sehr schön zoomen. Siehe auch Karte mit Fotos.

 

 

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Eine Nazca-Linien aus Ameisen-Perspektive. Nur ein schmaler 30-40 cm breiter Weg von Steinen befreit, Jahrhunderte alt.

 

 

So hätte es wohl ausgesehen, wenn man geflogen wäre: Das Äffchen, die erste aller wiederentdeckten Tierfiguren dieser Gegend. Von Maria Reiche selbst erkannt und frei gelegt.

 

 

Und hier ruht die grosse Schützerin der Linien selbst. Nicht mehr ärmlich wie einst, sondern schön inmitten von Blumen und Grün des Ingénio-Tales.

 

 

 


----------------------------------------------- Mit dem Gleitschirm über den Inka-Straßen -----------------------------------------------